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So gelingt der Start in den Kindergarten

Nach der Urlaubszeit beginnt nicht nur für Erwachsene und Schulkinder wieder der „Ernst des Lebens“. Auch für viele Dreijährige hält der September große Veränderungen bereit, wenn der erste Tag im Kindergarten ansteht. Im Folgenden finden Sie Tipps, die Ihnen und Ihrem Kind beim Übergang in den neuen Lebensabschnitt helfen.

Zur Beruhigung aller Eltern sei gesagt, dass vom jetzigen Stand der Bindungsforschung aus nichts gegen eine außerfamiliäre Betreuung von Kleinkindern spricht. Entscheidend ist allein eine sichere, liebevolle und zugewandte Atmosphäre mit verlässlichen Bindungspersonen. Das können neben den Eltern und Verwandten auch Erzieher und Erzieherinnen sein. Jutta Brendel-Müller, Leiterin des evangelischen Kindergartens „Unterm Regenbogen“ in Schwaig: „Es ist wichtig, dass die Kinder da abgeholt werden, wo sie in ihrer Entwicklung stehen, und in ihrer Persönlichkeit akzeptiert werden. Sie müssen sich willkommen fühlen, so wie sie sind.“

Die Eltern sollten sich deswegen die in Frage kommenden Kindergärten in Ruhe einige Monate vor dem Kindergartenstart ansehen, zu Informationsgesprächen gehen und die pädagogischen Schwerpunkte prüfen. Manche Kindergärten verfügen über eine ausführliche Konzeption, die auch im Internet eingestellt ist und dort nachgelesen werden kann. „Unabdingbar ist ein ausführliches Aufnahmegespräch mit den Eltern, um Fragen beantworten zu können und den Entwicklungsstand und die Eigenheiten des Kindes zu erfahren“, so die Montessori-Pädagogin Brendel-Müller. „In unserem Kindergarten bieten wir zusätzlich einen Informationsabend für alle neuen Eltern an, bei dem wir unsere Konzeption, unsere pädagogische Arbeit, den Tagesablauf und das Personal vorstellen, aber auch das Buchungssystem und rechtliche Fragen erklären.“ Damit auch die Kleinen ihren neuen Kindergarten kennenlernen können, empfehlen sich Schnuppertage, bei denen die Kinder mit ihren Eltern am Gruppengeschehen teilnehmen können.

Ist der erste richtige Kindergartentag dann gekommen, erleichtert ein mitgebrachtes Kuscheltier die Trennung. „Ein gleichbleibendes, kurzes Abschiedsritual gibt dem Kind Sicherheit. Zu lange Trennungsszenen verunsichern unserer Erfahrung nach nicht nur die Kinder, sondern durch den zunehmenden Stressfaktor auch die Eltern“, so Jutta Brendel-Müller, „deswegen sollten sie nach einer kurzen Verabschiedung auch wirklich gehen, wenn sie das Kind in den sicheren Händen einer Erzieherin oder eines Erziehers wissen. Tränenreiche Ausbrüche sehen meist schlimmer aus als sie sind, die Kinder beruhigen sich in der Regel sehr schnell und nach fünf Minuten spielen sie schon angeregt mit anderen Kindern.“ Warten lassen sollte man das Kind allerdings nicht, denn eine pünktliche Abholung nach dem Kindergartentag beugt Verlassensängsten vor.

Kinder brauchen vor allem Sicherheit und Regelmäßigkeit. Aus diesem Grund empfiehlt sich auch der tägliche Besuch des Kindergartens von Anfang an. Dabei kann die Verweildauer langsam gesteigert werden. „Die Regelmäßigkeit ist entscheidend, nicht die Länge des einzelnen Kindergartenbesuchs“, erklärt Jutta Brendel-Müller. „Nach dem Kindergarten sind viele kleine Kinder zudem oft erst einmal weinerlich, müde oder aufgekratzt. Nehmen sie das nicht persönlich oder als Hinweis auf einen schlechten Tag im Kindergarten. Eine Ruhephase ohne weitere Unternehmungen hilft dem Kind, die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten.“

Mit Geduld, Gelassenheit und Neugier gerüstet wird der Start in den Kindergarten so zu einer Bereicherung für Kinder und Eltern. Beide lernen neue Menschen und Lebenswelten kennen und die Eltern können ihr Kind auf dem Weg in die Selbstständigkeit entspannt begleiten.